Gutes Reiten und positive Zusammenarbeit mit Pferden

Jede der vielen Möglichkeiten und Richtungen, die man einschlagen kann, bietet für ein Pferd-Reiter-Paar Vorteile und Nachteile. Manchmal passt es nicht ganz perfekt, wenn man sich ausschließlich in eine Richtung orientiert. Aus diesem Grund kombiniere ich je nach Situation individuell aus den Möglichkeiten, die vorhanden sind, um jeweils ein harmonisches Ergebnis zu erreichen. Meist reite und unterrichte ich hierbei gebisslos.

Außerdem bin ich überzeugt, dass man fast "aus jedem Klepper" etwas Besonderes und "einen Diamanten" machen kann. Im Rahmen seiner Möglichkeiten, natürlich - aber jedes Pferd hat innerhalb dieses Rahmens das Potential, sehr gut zu sein, wenn man richtig mit ihm arbeitet.

Auch hat jeder Reiter das Potential, unter Anleitung und später alleine richig gut zu reiten. Man braucht oft nur ewas mehr Hintergrundwissen und Hilfe, das WIE herauszufinden. So kann man bald alles richtig deuten, was einem in der Arbeit mit dem Pferd geschieht.

Grundlagen und Ziele meiner Arbeit mit Pferden und Reitern sind:

  • Harmonie
  • Respekt und Ruhe
  • passende Anforderungen
  • Zufriedenheit, Gelassenheit, Losgelassenheit
  • positive körperliche Entwicklung
  • stetig steigende Motivation
  • Partnerschaftsgefühl
  • Freiheit

Weiter unten beschreibe ich detailliert, was dies für mich bedeutet.

Seit 2013 habe ich regelmäßig Kurse bei Mary Wanless in England absolviert und bilde mich in dieser Hinsicht auch in Zukunft weiter fort, da ich ihre Lehrmethode als sehr gut und zu meinem Stil passend empfinde.

Mein Unterrichtskonzept für Reiter

Es basiert in erster Linie auf großem Verständnis und einer sehr positiven Einstellung meinerseits für den Reitschüler. Ich möchte positiv unterrichten, so dass der Schüler sich aufgehoben fühlt und von Grund auf alles lernt, was er braucht, um sehr gut zu sein. Da ich auch auf meinen eigenen Pferden unterrichte, will ich natürlich, dass diese die Reitstunden als angenehm empfinden. Also tue ich alles dafür, den Reiter zu einem sensiblen, fein einwirkenden Wesen zu machen, was sich perfekt mit dem Pferd verständigt.

Ich achte zunächst sehr auf den richtigen Sitz – erst hierdurch ist es dem Reiter möglich, sich auf dem Pferd auszubalancieren und ihm logisch ankommende Kommandos zu geben. Zum Reiten braucht man auf der einen Seite „lockere“ Muskeln, die die Bewegung des Pferdes zulassen, auf der anderen Seite ist es wichtig, dass man bestimmte Muskelgruppen auf die richtige Weise anspannt, um sich für das Pferd leichter zu machen und die Hilfen direkt und klar zu übertragen.

Ich erkläre sehr gern und lasse mir alles mögliche einfallen, damit meine Schüler etwas wirklich verstehen. Denn: nur VERSTÄNDNIS verwandelt Gelerntes in WISSEN.
Nur, wer weiß, was er tut (und wie) kann es bewusst einsetzen. Und so kann der Reiter mit dem Pferd auf leichte, fast unsichtbare Weise kommunizieren.

Mir ist Lob wichtiger als Kritik – häufig kann der Schüler etwas nämlich nur deshalb nicht umsetzen, weil der Lehrer es nicht verständlich genug erklärt hat. Und den Schüler unter Stress zu setzen, ist in meinen Augen der falsche Weg. Ich bin ein großer Fan des „Aha-Effektes“. Wenn Schüler etwas theoretisch Erklärtes umsetzen und dann erleben, dass es tatsächlich funktioniert und wie einfach es auf einmal ist, sind der Schüler und ich wieder einen Schritt weitergekommen und haben ein wunderschönes Erfolgserlebnis.

Bisher konnte ich beobachten, dass all meine Schüler in relativ kurzer Zeit vergleichsweise große Fortschritte machen.

Meine Reitschulpferde

"Meine Mitarbeiter" sind leichte und mittelschwere Rassen zwischen 1,05m und 1,70m Stockmaß. Jedes der Tiere wurde sorgfältig ausgebildet, arbeitet konzentriert, reagiert sensibel und läuft gern unter dem Reiter.

Durch ihre verschiedenen Charaktere und Körperbauten fühlen die Tiere sich für den Reiter alle unterschiedlich an und er macht schnelle Fortschritte: jedes Pferd macht ihn wieder sensibler für alle weiteren. Er nimmt aus jeder Stunde etwas für die (reiterliche) Zukunft mit.

Mir ist sehr wichtig, dass mit meinen Pferden gut umgegangen wird. Auch deshalb machen sie ihre Arbeit gerne und sind alle freundlich. Ich halte und versorge sie sehr gut und achte außerdem darauf, dass sie regelmäßig von Pferdezahnarzt, Pferdeosteopathen, Sattlermeister und anderen Spezialisten kontrolliert werden. Ihre Hufpflege übernehme ich selber - all meine Pferde haben gesunde, leistungsfähige Barhufe, tragen also keine Hufeisen. Hierdurch sind sie entspannt und trittsicher - und das Verletzungsrisiko untereinander und für uns ist wesentlich geringer.

Meine Pferde vermitteln dem Reitschüler Vertrauen, weil sie ein entspanntes, ausgeglichenes Wesen haben.

  • ANNABELL ist unsere superkluge Haflingerstute. Sie ist 1996 geboren und etwa 1,41m groß. Die meisten meiner neuen Reitschüler „landen“ zunächst auf Annabell, weil sie mir durch ihre sensible Art ganz genau zeigt, wo die Stärken und Schwächen des Reiters sind. Ich kann durch sie gut erkennen, woran ich mit dem jeweiligen Reiter am Besten zu arbeiten anfange. Annabell ist außerdem ruhig und unerschrocken. Ihr machen auch ein vorbeifahrender Traktor oder mal ein hupendes Auto nichts aus.



    Je sanfter und leichter und genauer die Reiterhilfen sind, um so direkter und feiner reagiert Annabell. Es ist möglich, sie mit fast unsichtbaren Mitteln zu steuern – und dorthin führt sie den Reitschüler mit mir. Sie ist fleißig, es macht dem gut einwirkenden Reiter kaum Mühe, sie zu reiten.



    Annabell ist vielseitig ausgebildet und fährt auch Kutsche. 2013 ging sie auf Turnieren bis zur Klasse E erfolgreich - 2014 habe ich sie ebenfalls in der Klasse A vorgestellt, was wir 2015 noch weiter ausbauen wollen.
    Ich setze sie auch gern ein, wenn ich jemanden zum ersten Mal mit in den Wald zum Ausreiten nehme. Dann läuft sie brav am Strick neben meinem eigenen Reitpferd her. Annabell wird von Kindern und Erwachsenen geritten.

  • VALENTO war mein erstes eigenes Pony, bis ich zu groß für ihn wurde. Er ist 1995 geboren und circa 1,43m groß. Valento ist sehr kinderlieb und aufmerksam. Er unterscheidet genau zwischen einem unsicheren und einem fortgeschrittenen Reiter. Anfangs ist er sehr vorsichtig und passt auf, dass man auf seinem Rücken im Gleichgewicht bleibt und sich entspannt. Je sicherer der Reiter wird, umso mehr freut sich Valento, ihn auch mal zu testen (beispielsweise zu langsam zu laufen oder auf falsche Hilfen zum Abbiegen nicht richtig zu reagieren... "der Kopf biegt ab, der Rest des Körpers läuft geradeaus weiter" ist seine Lieblingsübung, wenn jemand versucht, ihn nur mit Zügeln um die Ecke zu reiten. So lernen meine Schüler auf ihm also zum Beispiel genaues und feines Lenken, wenn sie über die ersten unsicherheiten hinweg sind.)



    Beim Dressurreiten ist er ruhig und konzentriert, doch am Liebsten mag er das Springen. Hier ist er die ganze Zeit extrem aufmerksam und motiviert - er möchte am Liebsten gar nicht mehr aufhören. Im Gelände ist er unsere „kleine Rennmaschine“: galoppiert die Gruppe, ist er normalerweise so schnell, dass die anderen Reiter und Pferde ihn nur noch von hinten sehen und er danach warten muss. Er ist dabei kontrollierbar, aber wirklich sehr flott.



    Valeno wir sowohl von Anfängern als auch von Fortgeschrittenen geritten, allerdings vor allem von Kindern, da er wegen seines schlanken, eher zierlichen Körperbaus kein „Gewichtsträger“ ist und daher viele Erwachsene zu schwer für ihn sind oder zu groß auf ihm aussehen.
    2013 hate Valento einen schlimmen Unfall, bei dem er sich 5 Wiederist-Wirbel brach. Zum Glück ist er jedoch zäh und sein Körper besitzt gute Heilkräfte, sodass
    er sich in wenigen Wochen erholte und zu unser aller Freude trotzdem weiter bei uns mitmachen kann. Er startet auf Turnieren bisher bis zur Klasse A (Dressur, Springen und Gelände).

  • PEGGY ist unsere kleine Welsh A Stute, 1,20m groß. Ich beschreibe sie auch in meinen Fallsdokumentationen. Sie kam mit einem chronischen Hufgeschwür zu uns, welches ich nun erfolgreich kuriert habe.



    Peggy ist sehr aufmerksam und fast schon über-eifrig. Sie wurde zuvor bis in die mittelschweren Klassen Kutsche gefahren und ist an der Doppellonge sowie beim Führen zu 100% brav und sicher. Beim Reiten (nur Kinder bis zum Jugendalter passen auf sie, weil sie eher "ein schmales Hemd" ist...) ist sie brav, aber nciht ganz einfach, weil sie durch ihre kleinen Schritte verglichen zu den "Großen" eher unbequem ist. Trotzdem hat sie viele Fans und benimmt sich stets so gut sie kann. Sie ist mindestens so schnell, wie Valento, wenn wir ausreiten, bleibt aber zwischen den Galoppzeiten brav und händelbar. Sie wird auf Turnieren momentan nur im Wettbewerbsbereich vorgestellt, wir sind aber dabei, dies auszubauen und streben für 2015 auch die Klasse E an. Springen kann Peggy auch - und bei einem Vielseitigkeitstraining in Würselen hat sie ihre Reitbeteiligung auch schon beglbeitet :-)

  • BERNSTEIN ("BENNY") - Beschreibung folgt

  • ZSA ZSA ("MOTTE") - Beschreibung folgt

  • DUNDEE - Beschreibung folgt

Meine Arbeit mit dem Pferd / Beritt und Training

Ich kombiniere je nach Fall (und Wunsch des Besitzers) aus der Englischen Reitweise, der des Westernreitens, anderen, alternativen Reitweisen, der Arbeit mit der Doppellonge und Elemten verschiedener Horsemanship Richtungen.Ich möchte ein in sich ruhendes, entspanntes Pferd bekommen, welches sich sicher fühlt und gelernt hat, uns zu vertrauen. Dadurch kann es sich perfekt auf seinen Reiter und seine Aufgabe konzentrieren, es arbeitet mit vollem Körperbewusstsein mit und hat Spaß an seiner Arbeit. Hierzu gibt es weiter unten viele weitere Informationen und auch Beispiele.

Pferde körperlich und geistig stark und gesund machen

Ich lege sehr viel Wert darauf, jedes Pferd als individuell als Persönlichkeit zu betrachten.

Durch unsere eigenen Pferde und die, die ich im Laufe der Zeit betreuen und kennen lernen durfte, habe ich vieles gelernt und dabei  Pferden (und deren Besitzern) weiterhelfen dürfen, wodurch auch ich wiederum jedes Mal dazulernte.

Ich liebe es, mit dem Pferd eins zu sein, sich durch unsichtbare Signale zu verständigen und als harmonische Partner zusammenzuarbeiten.

Grundlage einer solchen Partnerschaft ist Vertrauen.

Gegenseitiges Vertrauen basiert auf der Sicherheit, vom anderen ernstgenommen zu werden, sich von ihm akzeptiert fair behandelt zu fühlen.

Das Pferd schenkt uns sein Vertrauen - dadurch erhalten wir Verantwortung.

Es liegt in unserer Verantwortung, mit dem Vertauen des Tieres sorgsam umzugehen, ihm zu entsprechen und es respektvoll zu behandeln. Wenn wir uns als würdig erweisen, machen Pferde sogut wie alles für uns.

Ich erwarte von den Pferden, die ich trainiere, nur Leistungen, die sie auch erbringen können. Wenn etwas nicht klappt, versuche ich nicht, es zu erzwingen, sondern überlege mir stattdessen etwas anderes oder eine neue Herangehensweise.

Pferde, mit denen so gearbeitet wird, lernen schnell und sind jeden Tag motivierter.
Es ist beeindruckend, zu beobachten, wie sie selber immer weiter gehen wollen und wie viel Freude sie an der "Arbeit" entwickeln.

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Weg des Vertrauens

Ein schönes Beispiel dafür, was Vertrauen und Partnerschaft bewirken können, ist "Thora", ein Pferd, dass ich im Sommer 2008 in Kanada kennen lernte:

^ Thora am Ende unserer gemeinsamen Zeit,
entspannt, selbstbewusst und zufrieden, nach einem Bad im See.

Thora war 12 Jahre alt, als wir uns trafen. Er sollte "einfach nur ein Freizeitpferd" sein. Das Problem war bloß, dass er sich auf den Menschen nicht einließ und ihm nicht vertraute. Kein Bisschen. Seine Besitzerin hatte Angst, alleine mit ihm auszureiten, weil er sich sehr unberechenbar verhielt, scheute und ständig Anstalten machte, durchzugehen.

Ich hatte nicht viel Zeit, mit Thora zu arbeiten, weil mein Aufenthalt auf fünf Wochen begrenzt war.
Dennoch schaffte ich es in der Zeit, die uns zur Verfügung stand, ihm einen großen Teil an Vertrauen und Selbstbewusstsein zu geben, so dass er ganz verändert war, als ich abreiste. Zuvor hatte man ihn kaum halten können und er war ständig angespannt. Als ich die Farm wieder verließ, war er ein ganz anderes Pferd:

Er war viel zufrieden und ausgeglichen, stiefelte souverän und relaxed durch die kanadische Wildnis und scheute nicht mehr ständig, auch dann nicht, wenn unvermittelt Rinder (oder Bären...!) auftauchten.
Obendrein schien er jetzt auch noch Spaß daran zu haben, mit den Menschen unterwegs zu sein und wirkte immer gespannt auf das, was kam, wenn wir ihn und das zweite Pferd der Familie von der Weide holen gingen.

Thora wurde, als ich wieder abreiste, nur noch mit einem einfachen Knotenhalfter geritten, nicht (wie zuvor) mit Gebiss. Er hatte richtig Spaß an der Zusammenarbeit mit dem Menschen. Seine Besitzerin traute sich sogar, ab und zu den Sattel wegzulassen, was vor unserem Training absolut undenkbar gewesen wäre.

Thora hat mir in der Zeit unserer Zusammenarbeit ebenfalls viel beigebracht. Ich denke, ich habe genauso von ihm gelernt, wie er von mir. Er war ein toller Lernpartner und es hat großen Spaß gemacht, mit ihm die Gegend zu erkunden und die wunderschöne Natur Westkanadas kennen zu lernen, nachdem die Scheu einmal besiegt war und er souverain und interessiert meisterte, was man von ihm verlangte.

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Grundlagen

Jedes Pferd, ganz gleich, was seine Rasse ist und wie es "genutzt" werden soll, wird besser mitarbeiten und einem ein gutes Gefühl vermitteln, wenn es freiwillig und mit Spaß bei der Sache ist.

Und es gilt:

Je mehr Zeit man sich in der Ausbildung lässt, umso schneller geht es.

Thora habe ich in keiner Form gedrängt. Schon dadurch, dass er sich verstanden und angenommen fühlte, gab es auf einmal riesige, sprunghafte Fortschritte: weil er es wollte. Aber dieses "Wollen" muss man sich erarbeiten. Durch faires und respekvolles Auftreten. Eine solche Verbindung beinhaltet das Anerkennen einer gewissen, wichtigen Freiheit des Pferdes - denn dadurch, dass wir wahrnehmen und akzeptieren, wenn es "nein" sagt, können wir unsere Anforderungen anpassen. Hieraus entsteht eine enge, verständnisvolle Zusammenheit, die in harmonische Partnerschaft zwischen Tier und Mensch übergeht.

Thora ist nicht das erste Pferd, bei dem ich genau dies innerhalb weniger Wochen beobachtet habe: ein Pferd, dem die Zeit gelassen wird, sich zu entwickeln und zu verstehen, was von ihm verlangt wird, wird viel routinierter und freudiger mitarbeiten und seine Entwicklung geht dann rasend schnell.

Meine Araberstute habe ich innerhalb von nur drei Wochen (zuvor war sie prinzipiell roh) so weit ausgebildet, dass ich mit ihr mit sicherem Gefühl an einem großen Event teilnehmen konnte, bei dem über sechzig andere Pferde mit ihren Reitern mitmachten. Die vielen anderen Tiere, die Musik - all das störte sie nicht, da sie vertrauensvoll auf das achtete, was ich machte und auch darauf vertraute, dass ich sie nicht in eine gefährliche Situation bringen würde.
In nur drei Wochen war sie so weit, dass alle Basics sicher saßen und ich schon mit feinen, kaum sichtbaren Hilfen reiten konnte. Sie lernte (und lernt noch stets!) motiviert und schnell.

 

^ Zsa Zsa und ich auf einem Event in Belgien, kurz, nachdem ich sie bekommen hatte.
Sie war praktisch gerade erst angeritten, verhielt sich aber bereits souverain und konzentriert. Ich war sehr zufrieden und glücklich - sie gab mir an diesem Tag viel
mehr, als ich in meinen kühnsten Vorstellungen erwartet hatte.
Wir benutzen damals noch ein Knotenhalfter. Mitlerweile sind wir auf ein normales Stallhalfter bzw. gar nichts oder einen Halsring "umgestiegen".

Welche Disziplin verfolgt wird, ist dabei egal. Wichtig ist, dass die partnerschaftlichen Grundlagen zwischen Pferd und Mensch stimmen, denn dann kann die Zusammenarbeit wirklich funktionieren.

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Ziele Interieur

Wie bereits erwähnt ist mein Ziel ein sicheres, in sich ruhendes Pferd, das jederzeit auf die Hilfen des Reiters reagiert und mit allen Situationen, die sich ihm stellen, zurechtkommt. Es muss seine Umwelt mit einem sicheren Gefühl erkunden können, ohne dabei gedrängt, eingeschränkt, behindert oder Stress ausgesetzt zu werden.
So trainierte Pferde beginnen nach kurzer Zeit von sich aus, ihre Umgebung mit einem interessierten, ruhigen Blick zu betrachten. Sie regen sich nicht mehr (in unseren Augen:) "unnötig" auf und können in unvorhergesehenen Situationen viel besser den Überblick behalten. Außerdem sind sie sich sicher, dass der Mensch sie unterstützen wird, wenn doch etwas geschehen sollte.


Wir, als ruhige Leitfigur, sind ihre Orientierung. Dies setzt voraus, das wir auch an unserer inneren Einstellung arbeiten - oft (eigentlich immer) liegt das sogenannt "Problem" überhaupt nicht beim Pferd, sondern bei seinem Reiter, der Angst oder Unsicherheit verspürt.

Wenn seine Leitfigur unsicher ist, wie soll das Pferd ihr dann vertrauen? Würden Sie sich bei einem nervösen Autofahrer, der zum Beispiel schon in der ersten Minute beinahe einen Unfall baut, fast jemanden überfährt oder sich anderweitig "disqualifiziert", ins Auto setzen? .... Tja - das Pferd auch nicht ;-) aber diese Gefühl wird den Pferden von vielen Reitern vermittelt und ihm wird dann auch noch die Schuld daran gegeben, dass es zu angespannten oder gar gefährlichen Situationen kommt.

                      

Pferde, die positiv und verständnisvoll ausgebildet werden, wie ich es oben beschrieben habe, werden oft wegen ihrer großen Selbstsicherheit und ihres souveränen Auftretens bewundert. Sie sehen "dauer - entspannt" aus und selbst, wenn es einmal brenzlig oder aufregend wird, behalten sie einen kühlen Kopf und bleiben zumindest "händelbar", meist sogar absolut entspannt.

Eigentlich etwas, das normal für jedes Pferd sein sollte, damit Reiten möglichst sicher ist und Spaß machen kann.

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Ziele Exterieur

Körperlich kann richtiges Reiten dem Pferd sehr stark nutzen, das ist bekannt.

Wie dies jedoch anzustellen ist, scheint für den Großteil der Reiter unverständlich zu sein. Die weitaus meisten Pferde heute werden nicht auf gute Weise gefördert, sondern eher in ihrer Entfaltung gehemmt und gestört. Ihnen wird oft körperlich geschadet durch das, was ihre Reiter mit ihnen "anstellen".

Ein Punkt zum Beispiel, der immer wieder falsch verstanden wird, ist, dass "die Birne runter" muss... also der Kopf mit Hilfe der Zügel herunter gezogen wird, damit das Pferd "am Zügel" geht.

Sinn dieser (vom Pferd selber gesuchten) Haltung war ursprünglich eine bestimmte Streckung der Rücken- und Halsmuskulatur, was sehr positive Auswirkungen auf das gesamte Tier hatte (und richtig ausgeführt noch stets hat). Es kann seinen Reiter besser tragen und baut weiterhin Muskeln auf, die ihm dies noch besser ermöglichen. Außerdem bekommt es mehr Raumgriff und sein Gang wirkt leicht, wobei es in jedem Moment doch "gesetzt" genug ist, um sicher auch enge Wendungen oder weiche Übergänge in höhere oder niedrigere Gangarten, sowie innerhalb der Gangart auszuführen. Es kann jederzeit sofort auf Hilfen reagieren und ist in der Lage, dabei doch immer geschmeidig auszusehen - also all das, was jeder Reiter sich wünscht und was das Reiten wesentlich sicherer macht.

Wenn das Pferd diese angestrebte Haltung über längere Zeit beihalten soll, muss man es dementsprechen trainieren und seine Muskeln aufbauen. Es reicht NICHT, den Kopf herunter zu ziehen (oder gar zu binden) und das Ganze zu fälschen. Im Gegenteil: dies führt zu Verspannungen, "Abwehrmuskulatur" und Unwohlsein des Pferdes. Übertrieben angewandt nimmt das Tier sogar richtigen, tierärztlich nachweisbaren Schaden an Knochen, Muskeln und Sehnen, ganz zu schweigen von dem, was diese Art des Trainings mit der Psyche des armen Pferdes anstellt, denn es hat durch falshces Training Schmerzen. Aber kann dies nicht äußern - denn Pferde haben keinen Laut, um Schmez zu zeigen, sie können weder jaulen, noch irgendwie schreien. Und wenn sie sich dann doch mal "wehren", in Form von einem angedrohten Beißen oder Treten, kriegen sie oft noch "eins über" und der Mensch versteht nicht, dass dies eigentlich ein "Hilfeschrei" war.

Hier all die anatomischen Grundlagen der richtigen Arbeit mit dem Pferd darzulegen, würde den Rahmen sprengen, aber ich kann jedem zB. das Buch "Denk-Sport Reiten" von Michael Strick empfehlen. Es hat mein Verständnis der Zusammenhänge ganz erheblich verbessert. Und die köroperliche Haltung und Lockerheit meiner Pferde gleich mit...

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Zusammenarbeit mit dem Besitzer und "meine Aufgabe"

Ein Berittpferd, das mit diesen beiden Zielen (Interieur/ Exterieur) bei mir trainiert oder ausgebildet wurde, kann völlig verändert zu seinen Besitzern zurückkehren.

Aus diesem Grund - damit es für niemanden (...vor allem für das Pferd nicht!) eine Enttäuschung gibt - ist es mir wichtig, den Besitzer viel mit einzubeziehen. Er ist letzen Endes in Zukunft die meiste Zeit mit seinem Tier zusammen und ich zeige ihm, wie er das mit mir erzielte Ergebnis weiter verfeinern und ausbauen kann.

 

Ich sehe meine Hauptaufgabe darin, mich "überflüssig" zu machen: Reiter und Pferd haben in mir eine Stütze, um aufzustehen und dann gemeinsam weiter zu gehen.

Natürlich stehe ich auch weiterhin beratend und unterstützend zur Seite, aber ich freue mich über jedes weitere Reiter-Pferd-Paar, dass harmonisch und ohne Zwang zusammen findet, um bestmöglich gemeinsam zu arbeiten, ohne dabei ständige Hilfe zu brauchen.

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Ein Wort über Ausrüstungsgegenstände

Am pferdefreundlichsten ist in meinen Augen eine gebisslose Zäumung. Dies hat viele verschiedene Gründe, die teilweise anatomisch zu begründen sind, teilweise ethisch. (Nachzulesen zum Beispiel im Buch "Eisen im Pferdemaul" von Prof. Cook und Dr. Strasser.)

Ich bin nicht per se ein Feind von Gebissen. Sanft eingesetzt kann es sein, dass sie keinen großen Schaden anrichten und dem Pferd keine unerträglichen Schmerzen zufügen oder es unsagbar stören. Allerdings kenne ich genügend sehr schadhafte Auswirkungen, die ein Gebiss auf ein Pferd hat, dass eventuelle Vorteile dies in meinen Augen nicht aufwiegen können.

Aus diesem Grund gehört es auch zu meinen Zielen, einem Pferd die Möglichkeit zu geben, sich frei von störenden Gegenständen im Maul (oder an den Hufen) zu entfalten.

Meine Pferde werden schon seit Jahren nicht mehr mit Gebiss geritten (und gefahren). Ich verwende zum Reiten (und Fahren) je nach Bedarf das Bitless Bridle, Glücksrad (in seiner weichesten Verschnallung), Sidepull, Knoten- und sogar Stallhalfter oder "Cordeos", also Halsringe.

(Diese Trainigsgegenstände können von mir ebenfalls zum Ausprobieren geliehen werden.)

Beispiele:


(Halsring/ "Cordeo".)



(Bitless Bridle nach Dr. Cook, Ausführung Leder.)


(Knotenhalfter.)


(Fahren mit dem "Bitless Bridle" von Prof. Cook - Nylonmodell.)

(Entspanntes "Vorwärts-abwärts" mit dem "Glücksrad" auf unserem Hengst Granit
- mit mir als Reiterin - übrigens hier im 7. Monat schwanger...)

(... unkonventionelles Streichen mit Zsa Zsas Lieblingszäumung, ihrem Stallhalfter...)

Weitere Fotos folgen in Kürze.

Pferde, die von mir bei uns trainiert werden, reite ich selbst ausschließlich gebisslos.

Ein Pferd ohne Gebiss ist viel besser in der Lage, zu arbeiten, und -ja!- es kaut und schäumt bei richtiger Reitweise auch ohne Gebiss im Maul. Dieses Merkmal habe ich schon oft beobachten können.

Unterricht für Reiter mit eigenem Pferd erteile ich sowohl auf mit Gebiss gerittenen Pferden, als auch auf solchen ohne. Allerdings ist mir zweiteres natürlich lieber :-)

Da vom Regelwerk her ein Reiten mit sanften, gebisslosen Zäumungen auf FN-Turnieren leider bislang nicht möglich ist, reiten wir unsere Pferde in Turnierprüfungen noch mit Gebissen. Wir verwenden hierbei die doppelt gebrochene Serie "KK Ultra" von Sprenger.


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